Rentenversicherung
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Für die nächsten Jahrzehnte zeichnet sich ein politisches Dauerthema ab: die Finanzierung und Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Problem: die Kassen sind leer, Rücklagen, die aufgrund der demographischen Verschiebungen erforderlich wären, wurden nicht gebildet.
Es wird nicht mehr lange dauern, bis jeder potentielle Beitragszahler seinen Rentner zu versorgen hat. Selbstverantwortung und Solidarität zwischen den Generationen (insbesondere in den Familien) sind wieder gefragt. Anders lassen sich die Renten nicht mehr finanzieren.
Wußten Sie eigentlich, daß nur 36 % aller Männer in Deutschland eine Versichertenrente von mehr als 2.000 DM erhalten und daß diese Quote bei Frauen sogar nur 2 % beträgt? Als ob diese Fakten nicht schon schlimm genug wären. Nach den beiden vorausgegangenen "Jahrhundertreformen" (Gesundheits- und Steuerreform) hat nun die Regierung 1992 die dritte Reform durchgeführt. Die Lasten der Reform - beruhigen uns die um Akzeptanz bemühten Rentensanierer - würden jedoch gleichmäßig auf alle Schultern verteilt. Tatsächlich aber werden die Sparpläne überwiegend die Rentner und Beitragszahler treffen. Der Bund, der schon seit Jahren seine Bundeszuschüsse immer mehr reduziert, wird sich lediglich mit einem Siebtel an der Gesamtlast beteiligen.
Es hilft nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und das Unvermeidliche auf sich zukommen zu lassen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich mit Ihrer Altersversorgung zu beschäftigen. Nur welche Form der Altersversorgung sollten Sie wählen? Banksparen, Aktien oder andere spekulative Wertpapiere kaufen, eine Immobilie erwerben oder die Altersversorgung über eine Lebensversicherung absichern? Wir werden Ihnen nachfolgend, da wir in diesem Bereich die Spezialisten sind, das Thema "Altersversorgung über Lebensversicherung" erläutern und können Ihnen schon vorab sagen, daß dieses Produkt nicht so schlecht ist wie sein Ruf - jedenfalls nicht dort, wo es richtig konzipiert wird.
Das Problem bei der Lebensversicherung
Lassen Sie uns gleich zu Beginn mit dem Hauptproblem beginnen: Mit dem Versicherungsvertreter. Vorwiegend Strukturvertriebe schicken - oft nur unzureichend geschult - Branchenfremde zu ihren Freunden und Nachbarn, um denen die für sie lukrativen Lebensversicherungsverträge zu verkaufen. Die Devise heißt: Kein Gespräch ohne Unterschrift und nach mir die Sintflut.
Ein seriöser Vermittler berät Sie dagegen anhand Ihrer individuellen Bedürfnisse und läßt Ihnen genügend Zeit, sich zu entscheiden. Bei uns müssen Sie nicht gleich einen Vertrag unterschreiben, nachdem wir Sie beraten haben. Sie können sich Ihren Entschluß ganz in Ruhe zu Hause überlegen. Kommen Sie wieder, wenn Sie ein gutes Gefühl haben und von Ihrem Entschluß überzeugt sind.
Die Kapitallebensversicherung
Die Kapitallebensversicherung (auch gemischte Versicherung auf den Todes- und Erlebensfall genannt) bietet zweifache Leistung: zum einen zahlt der Versicherer im Todesfall die Versicherungssumme; wenn der Todesfall nicht eintritt, wird zum anderen bei Ablauf der Versicherung (z.B. im 60. Lebensjahr) die Versicherungssumme zuzüglich der angesammelten überschüsse ausgezahlt.
Und gerade an diesem Punkt reiben sich Verbraucherschützer und Versicherer. Die Versicherer sind nach Ablauf des Vertrages nur verpflichtet, die im Versicherungsschein genannte Versicherungssumme auszuzahlen, die Höhe der zu zahlenden überschüsse ist vom Geschick des Versicherers bei der Anlage der Kundengelder bestimmt.
Die Kalkulation der nach deutschem Recht arbeitenden Versicherer sieht eine garantierte Verzinsung von 4 Prozent des angesparten Kapitals vor. Auch wenn - wie die Stiftung Warentest feststellte - in der Vergangenheit überschüsse in Höhe von 5 bis 7 Prozent erwirtschaftet wurden, kam es immer wieder zu Streitigkeiten, die soweit gingen, daß die Lebensversicherung als "legaler Betrug" bezeichnet werden durfte.
Wir betrachten die Lebensversicherung als eine Anlageform, die - zugegeben - die Versicherer reicher macht als die Kunden, aber immer noch zu den sichersten Anlageformen gehört. Zudem können sich 5 bis 7 Prozent Rendite, die im Regelfall nicht zu versteuern sind, auf dem Kapitalmarkt sehen lassen, wenn man bedenkt, daß damit ein zusätzlicher Versicherungsschutz verbunden ist. Wegen der steuerlichen Begünstigung der Lebensversicherung müßte man bei anderen Kapitalanlagen bis zu 10 Prozent und mehr erwirtschaften, um auf den gleichen Ertrag wie eine Lebensversicherung zu kommen.
Der "Betrug" liegt nicht im Produkt, sondern im Vertrieb bzw. bei der falschen Beratung. Diese erfolgt entweder aus Nichtwissen oder aber auch vorsätzlich, um den Provisionsbetrag zu maximieren. Unseriöse Vertreter können einen Vertrag so gestalten, daß eine optimale Provision für sie herauskommt. Daß es sich dann natürlich um eine Vertragsform handelt, bei der am Ende für den Versicherungsnehmer weniger herauskommt, muß sicherlich nicht näher erläutert werden. Seien Sie daher auch vorsichtig, wenn Ihnen der Vermittler - verbotenerweise - einen Teil seiner Provision anbietet. Sie können sicher sein: am Ende legen Sie drauf.
Wie setzt sich die Prämie Ihrer Kapitallebensversicherung zusammen?
Wie erwähnt wird die Kapitallebensversicherung auch als gemischte Versicherung bezeichnet, d.h., es gibt Geld im Erlebens- und im Todesfall. Die Prämie unterteilt sich somit in den Sparanteil, der Ihnen nach Ablauf der Versicherung samt überschußbeteiligung zur Verfügung steht und den Risikoanteil, der für den Fall des vorzeitigen Todes kalkuliert ist, sowie die Verwaltungskosten, also die Kosten für Verwaltung, Provisionen, etc.
Gerade im letzten Punkt, den Kosten, unterscheiden sich die Versicherer. Der Sparanteil und der Risikoanteil sind feste Größen nach allgemeinen Erfahrungsgrundsätzen, aber bei den Verwaltungskosten trennt sich die Spreu vom Weizen.
Wie ist nun der "richtige" Versicherer zu finden?
Ausgangspunkt ist das, was wir wissen. Wir können genau sagen, welchen Lebensversicherer z.B. ein Kunde vor 30 Jahren hätte wählen müssen, um heute eine Ablaufleistung von X zu erhalten. Wir wissen ferner, welcher Beitrag für eine Versicherungssumme von X aufzuwenden ist, was über die Ablaufleistung jedoch nicht das Geringste aussagt. Außerdem können wir ermitteln, welcher Lebensversicherer heute die höchste Kapitalanlageverzinsung erreicht und die niedrigsten Abschluß- und Verwaltungskosten hat.
Nun können diverse Methoden gefunden werden, die logisch und rechnerisch richtig sind, um eine "Rangfolge" zu erstellen. Erstaunlich ist nur, daß die Ergebnisse der jeweiligen Verfahren völlig unterschiedlich sind - einmal ganz abgesehen davon, daß die Rangfolge, selbst nach der gleichen Methode - im nächsten Jahr schon ganz anders aussieht.
Aus den bekannten Daten kann man ableiten, daß ein Versicherer, der in der Vergangenheit gut mit dem Geld umgegangen ist, dieses auch in der Zukunft tun wird. Aber wer weiß schon, ob in beispielsweise 20 Jahren noch die gleichen Leute am Ruder dieses Versicherers sitzen werden?
Nicht umsonst verpflichtet das Bundesaufsichtsamt die Versicherer dazu, jedes Angebot mit dem Hinweis zu versehen, daß die Leistungen aus der überschußbeteiligung auf den zur Zeit gültigen Gewinnanteilsätzen beruhen, welche nur als Beispiel anzusehen sind und für die Zukunft nicht garantiert werden können. Darüber hinaus dürfen keine überschußangaben für Vertragslaufzeiten von mehr als dreißig Jahren gemacht werden.
Worauf kommt es an?
Trotz der Fragwürdigkeit vieler Vergleiche ziehen auch wir regelmäßig Gegenüberstellungen zu Rate. Im Regelfall handelt es sich um solche, welche die Kostensätze der Versicherer zum Schwerpunkt machen. Ein Versicherer mit einem geringen Kostensatz wird in der Regel höhere Gewinne erwirtschaften. Unabhängig davon beobachten wir langfristig den Markt. Nur über Langzeitvergleiche ist es möglich festzustellen, welcher Versicherer sich beständig in der Spitzengruppe gehalten hat.
Der Versicherer, selbst wenn er noch so "günstig" erscheint, muß obendrein einen Tarif anbieten, der auf Ihre persönlichen Belange eingeht. Gerade unter diesem Aspekt können wir Ihnen mit der Vielzahl der uns zur Verfügung stehenden Versicherer Unterstützung anbieten und sinnvolle Angebot erstellen.
Prüfen Sie ferner, ob Sie tatsächlich eine Kapitallebensversicherung bzw. eine private Rentenversicherung benötigen oder ob nicht der Abschluß einer reinen Risikolebensversicherung, die nur im Todesfall leistet, ausreicht. Oft raten Vertreter oder auch Bankangestellte aus Provisionsinteresse zu einer Kapitallebensversicherung, obwohl eine Risikolebensversicherung völlig genügen würde. Weitere Informationen finden Sie in unserem Merkblatt zur Risikolebensversicherung.
In Fällen, in denen kein Versorgungsbedarf für Hinterbliebene, wie z.B. für den Lebenspartner, Kinder oder Geschäftspartner besteht, wird der Abschluß einer privaten Rentenversicherung ausreichen, die nur eine geringe Todesfallabsicherung bietet. Die schlechteste Geldanlage ist die, wenn Geld für einen Bedarf ausgegeben wird, der überhaupt nicht vorhanden ist.
Rentenversicherung
Bei der Rentenversicherung steht nur das Ansparen im Vordergrund. Stirbt die versicherte Person während der Ansparphase so erhalten die Hinterbliebenen/Erben nur den bis dato eingezahlten Beitrag plus etwaige überschüsse. Zum Ende des Vertrages hat die versicherte Person die Möglichkeit entweder sich für eine einmalige Kapitalabfindung zu entscheiden oder eine lebenslang zu zahlende Rente in Anspruch zu nehmen.
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Fazit:
Es ist schwer zu beurteilen, welcher Versicherer in den nächsten 20 oder 30 Jahren die besten Überschüsse erwirtschaften wird. Viele in den anerkannten Magazinen dargestellten Vergleiche sind fraglich, da auch sie in der Regel nur Standardangebote der Versicherer vergleichen (zudem werden bisweilen äpfel mit Birnen verglichen).
In jedem Fall sollten Sie den Kostenquoten der Versicherer Beachtung schenken. Wenn die Kostenquoten des von Ihnen gewählten Versicherers niedrig sind, gehen Sie ein geringes Risiko ein, einen schlechten Versicherer gewählt zu haben.
Zur Beratung: Es ist häufig nicht die Lebensversicherung, die schlecht ist, sondern die mangelhafte bzw. die nicht erfolgte Beratung, da nicht auf die Belange des Kunden eingegangen wird. Durch eine schlechte Beratung hat schon mancher viel Lehrgeld bezahlt.
Der steuerliche Aspekt
Einer der wichtigsten Gründe des Erfolgs der Kapitallebensversicherung liegt in der steuerlichen Begünstigung dieser Anlagenart durch den Fiskus.
Das Beste zuvor: Die Auszahlung der Lebensversicherung ist steuerfrei, sofern die Beiträge zu der Versicherung Vorsorgeaufwendungen im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind, die Versicherung nicht zur gewerblichen Finanzierung eingesetzt wird und der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft (wovon 5 Jahre mit Beiträgen belegt sein müssen). Aus diesem Grund ist die vorzeitige Auflösung der Versicherung - wenn überhaupt - erst nach einer Laufzeit von 12 Jahren sinnvoll, da vorher eine 25 %ige Kapitalertragssteuer (auf die überschüsse) gezahlt werden muß. Das Steuerprivileg unterscheidet die Lebensversicherungen vom sonstigen Kapitalmarkt. Zinserträge aus anderen Anlageformen, wie Rentenpapiere etc. müssen dagegen versteuert werden, nachdem der Steuerfreibetrag ausgeschöpft ist. Sofern – wie vorgesehen - die Zinsfreistellungsmöglichkeiten durch die Bundesregierung auf € 1.534,- pro Jahr und Person in Kürze halbiert werden, gewinnt diese Anlage wiederum an Attraktivität.
Ferner können die Beiträge zur Lebensversicherung im Rahmen der Höchstbeträge als Vorsorgeaufwendungen in Ihrer Steuererklärung geltend gemacht werden. Mit diesem Vorteil wird häufig aggressiv geworben - oft ungerechtfertigt. Insbesondere bei Angestellten sind die Vorsorgeaufwendungen gewöhnlich durch die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung und durch weitere private Versicherungen (z.B. Kfz-Haftpflicht) ausgeschöpft. Selbständige haben dagegen erfahrungsgemäß nicht alle Steuervorteile genutzt. Daher lohnt es sich häufig für diese aus steuerlichen Gesichtspunkten, einen Teil ihrer Altersversorgung im Rahmen einer Lebensversicherung zu gestalten.
Angestellte, und das gilt auch für Gesellschafter-Geschäftsführer, können ihre Lebensversicherung im Rahmen einer sogenannten Direktversicherung, die vom Staat gefördert wird, konzipieren. Hierdurch lassen sich Renditen zwischen 8 und 10 Prozent erwirtschaften. Entnehmen Sie näheres bitte unserem separatem Merkblatt zur Direktversicherung.
Der Versicherungsverlauf
Die geringen Auszahlungen im Fall des vorzeitigen Abbruchs der Versicherung sind nach wie vor äußerst unbefriedigend. Solange die Versicherer keine Lösung für bessere Auszahlungen bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages gefunden haben, sollten Sie daher beim Abschluß der Versicherung einen Beitrag wählen, den Sie auch unter ungünstigen Umständen langfristig zahlen können. Das gilt insbesondere für Existenzgründer und Jüngere, die in der Regel nur schwer beurteilen können, wie sich ihre wirtschaftliche Situation langfristig entwickeln wird.
Falls Sie trotzdem einmal die Beiträge nicht mehr bezahlen können, wenden Sie sich bitte an uns. Wir können Ihnen einige Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Die Koppelung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung
In jedem Beratungsgespräch zur Altersversorgung sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung angesprochen werden. Die Leistungen der gesetzlichen Versicherung bei Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit sind ähnlich schlecht wie die der gesetzlichen Altersrente.
Besonders für Selbständige ist es unerläßlich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in die überlegungen zur sozialen Absicherung mit einzubeziehen.
Wir gehen auf dieses spezielle Thema in unserem Merkblatt "Die Berufsunfähigkeitsversicherung" gesondert ein.
Die Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Trotzdem kann für Inhalt und Vollständigkeit keine Gewähr übernommen werden. Dies betrifft insbesondere gesetzliche Bestimmungen.
Möchten Sie mehr wissen?
Rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.
MBM Versicherungsmakler
Holger Rostock u. Dr. G. Ruhbaum GbR
Jean-Burger-Str. 15
39112 Magdeburg
Tel: 03 91 / 6 21 97 33
Fax: 03 91 / 6 21 97 34
e-mail:MBM@Computer-Kontor.de
© marianne walla, Juli 1996 (infobukv.doc)
Nachdruck, Fotokopieren, EDV-Verarbeitung etc., auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung von Marianne Walla gestattet.
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